Nothing…

…lasts for ever
let that be the reason you stay
even this sick twisted misery
will not last

– hope

Ich bin so erschöpft. So müde. Habe so viel geweint die letzten Tage wie im letzten halben Jahr nicht. Mich heute morgen nach einer beschissenen Nacht mit größter Überwindung in die Küche an meinen Laptop geschleppt, um während meiner Online-Therapie eine Stunde lang in die Kamera zu rotzen. Wenigstens konnte ich zum ersten Mal in der Sitzung rauchen.

Mich um die Hunde und meine grundlegendsten Bedürfnisse wie Nahrungsaufnahme, genug Wasser trinken und den leider mehr als überfälligen Einkauf, der mit der für depressive Phasen allseits bekannten Entscheidungsunfähigkeit ganz besonders viel Spaß macht, zu kümmern, hat mir so viel abverlangt, dass ich direkt wieder in Tränen ausgebrochen bin, als ich endlich zu Hause war. Zu Recht. Denn es ist fucking anstrengend.

Ich erinnere mich daran, dass es Phasen gab, in denen ich nicht eines dieser Dinge geschafft hätte. Auch nicht unter größter Anstrengung.
Nicht weil ich nicht wollte, keine Lust hatte oder zu faul war. Sondern weil ich nicht konnte. Weil ich eine Krankheit habe.
Kein Aufruf zu Mitleid. Einfach Fakt.

Und egal ob uni- oder bipolar:

DEPRESSIONEN SIND EINE KRANKHEIT.

BIPOLARE STÖRUNGEN SIND EINE KRANKHEIT.

Eine Krankheit, die man von außen oft nicht sieht, deren Symptome nicht immer gleichermaßen präsent sind. Die in unserer Gesellschaft immer noch zu sehr stigmatisiert, tabuisiert oder verschwiegen wird. Eine Krankheit, die jedes Jahr und jeden Tag Todesopfer fordert.

In der deutschen Allgemeinbevölkerung wird die Möglichkeit, an einer Bipolar-II-Störung (Depressionen und Hypomanien), wie ich sie habe, auf 1-3 % geschätzt (Quelle: DGBS (Deutsche Gesellschaft für bipolare Störungen).

Laut der DGBS versucht jede*r 4. Betroffene im Verlauf der Erkrankung mindestens einmal, sich das Leben zu nehmen.

JEDER 4.!

MINDESTENS einmal!

Manchmal braucht es nicht viele Worte. Denk mal drüber nach.

Für mehr Verständnis und Akzeptanz in unserer Gesellschaft!

Off-Mode.

Bildquelle: Lisa C. Waldherr

Am liebsten würde ich laut schreien. Doch ich bin wie gelähmt. Seit fünf Stunden sitze ich in meinem Zimmer am Laptop vor dem Uni-Seminar, auf das ich mich so gefreut hatte. Sehen tue ich nichts, da alle ihre Kameras ausschalten mussten, weil sonst die Audioübertragung nicht funktioniert. Weniger Gemeinschaftsgefühl geht nicht.

Gestern bin ich um halb 8 abends eingeschlafen, weil ich so erschöpft war. Einschlafen kann ich seit Monaten nicht mehr, weswegen ich meine Ärztin für den Übergang um etwas, das mir dabei helfen soll, gebeten habe. Das funktioniert ganz gut. Von anderen weiß ich, dass sie sich zuballern, indem sie abends oder mittlerweile auch mal mittags ihre Flasche Wein trinken oder sich anderweitig betäuben. Keine Option für mich.

Trotz meiner bipolaren Störung und all der Herausforderungen, vor die sie mich seit über 10 Jahren immer wieder stellt, trotz meiner Arbeitslosigkeit durch Corona und dem Wegfallen jeglicher Struktur von außen, trotz des Alleinelebens und durch das Ernstnehmen der Kontaktbeschränkungen zwangsläufig sehr viel Alleinseins bin ich seit Beginn der Pandemie bisher stabil geblieben.

Was von außen easy aussehen mag, ist jeden Tag harte Arbeit. Jeden Tag aufs Neue herausfordernd. Jedes Mal anstrengend. Aber es gehört zu mir und ich kann das. Finde jeden Tag aufs Neue heraus, was ich gerade brauche, was ich mir und meiner Psyche mit den momentan verfügbaren Mitteln und übrig gebliebenen Ressourcen Gutes tun kann, damit ich sie irgendwie mitschleifen kann durch diese Zeit.

Ich bin jeden Tag stundenlang draußen mit den Hunden, bin dankbar für alles Schöne, versuche nachsichtig mit mir zu sein. Gut für mich zu sorgen. Ich weiß aus all den Jahren sehr genau, was mir gut tut und was nicht. Was ich will. Wer ich bin.


Aber was, wenn das nicht länger reicht? Der Gedanke macht mir Angst.
Es ist die Frage, wie lange all dieses Gute noch die Macht hat, mich über diese nicht enden wollende Zeit weiterzutragen.


Plötzlich fängt mein Herz an wie verrückt zu klopfen. Zittern. Tränen.


Tränen, die ich heute mit euch teilen möchte. Weil wir sie viel zu oft verstecken.

Sicher ist in diesen Zeiten nicht viel.

Aber es geht weiter. Immer.

Da bin ich mir sicher.

Weil das Licht ist grad so schön.

Bildquelle: Sophie Liehr

Gestern habe ich meine Teilnehmer*innen in der letzten Sitzung meines Schreibworkshops einen Klappentext für ihre eigene Biografie schreiben lassen. Eine nicht leichte, aber wunderschöne Aufgabe. Vor allem, weil wir aus einer anderen Perspektive in vielen Hinsichten nochmal einen ganz anderen Blick auf manche Dinge und auch uns selbst bekommen.

Meinen eigenen möchte ich hier gerne mit euch teilen:

„Nachdem sie viele Jahre auf der Suche war, hat sie das Gefühl, angekommen zu sein. Bei sich. Im Leben. Am Wasser. Genau kann sie es nicht benennen.

Es fühlt sich einfach richtig an.

Das war nicht immer so. Vor drei Jahren erhielt sie am absoluten Tiefpunkt ihres Lebens die Diagnose „Bipolare Störung“. Endlich wissend, was das da die letzten 15 Jahre war, was nicht so ganz stimmte, all die Aufs und Abs, lernte sie über die letzten Jahre, mit ihrer Erkrankung zu leben.
Es gab viele Fortschritte, aber auch Rückschläge. Mit ihrem Blog möchte sie anderen Betroffenen oder auch Angehörigen zeigen, dass ein lebenswertes und schönes Leben auch mit, oder in manchen Hinsichten sogar wegen, dieser Erkrankung möglich ist.

Sie möchte die Hoffnung, die sie einst selbst komplett verlassen hatte, an die Menschen weitergeben, die sie vielleicht gerade nicht haben. Die Hoffnung, die sie seitdem nie wieder verlor, ganz egal, wie schwarz es manchmal noch um sie wurde.

Mittlerweile weiß sie, dass es immer weitergeht. Und dass sie nicht die Person wäre, die sie heute ist. Ohne all das. Dass all das zu ihr und ihrem Leben dazu gehört.  

Einem Leben, das mit all seinen Höhen und Tiefen so reich und bunt ist, mit all den Menschen, die darin mit ihr lachen und weinen, reden und schweigen, tanzen und innehalten. Die nicht von ihrer Seite weichen, ganz egal was ist. All der Liebe, die sie bisher erfahren durfte und die immer da ist. All den wunderschönen Orten, die sie sehen durfte und darf. All der unbändigen Freude, der Leichtigkeit und des Glücks. All der Traurigkeit, der Schwere und des Schmerzes.

Sie hat es sich einfacher vorgestellt, das Leben. Aber irgendwann wurde ihr klar, dass es darum nicht geht. Und dass die Schönheit des Lebens keineswegs darin besteht, leicht zu sein.

Es fühlt sich einfach richtig an.“

Vielleicht hast du Lust bekommen, es auch mal zu versuchen.

Wie würde der Klappentext über dein Leben aussehen?

Wer Lust hat, kann sich gerne auch auf meinem instagram Account

tanz.zwischen.den.polen

dazugesellen. Ich habe das Gefühl, dass das gar nicht mal so langsam (wahrscheinlich zähle ich da schon fast zu „hinterwäldlerisch“) und sicher etwas beliebter, verbreiteter und effizienter wird als die Webvarianten von Blogs, was ich persönlich schade finde, da ich nicht der größte Instagramfan mit. Aber in manchen Hinsichten lohnt es sich dann ja doch, etwas mit der Zeit zu gehen, und seinen ganz persönlichen Umgang damit zu finden. Den Austausch über Beiträge beispielsweise finde ich auf instagram sehr viel unkomplizierter, angenehmer und schneller. Bewusst zu konsumieren und die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu wahren bleibt auch hier, wie bei so vielem, einzig und allein die eigene Verantwortung.

Für’s Erste.

Bildquelle: Lisa C. Waldherr

Kleine Staubflusen düsen durch meine Bude wie Tumbleweed. Wenn es gerade nicht so unpassend wäre, „Spiel mir das Lied vom Tod“ laut aufzudrehen, wäre das jetzt ziemlich passend. Berge von Geschirr stapeln sich in der Küche. Frische Wäsche: Eher Mangelware. Mein Zimmer, 20 Grad, windstill. Die Frisur sitzt trotzdem nicht. Bad Hair Day wird zum Bad Hair Month. Ich spekuliere einfach darauf, dass meine Haare nicht mit meiner Wollmütze verwachsen, die ich jeden Tag trage. Ja, auch im Bett. Frisch kochen ist genau so wenig wie frische Wäsche. Kurz mit dem Hund raus, in Schlafanzugshose. Heulend. Von den 10 Dingen, die ich heute erledigen wollte, habe ich genau 0 erledigt.

Mein Rat an dich, wenn es dir gerade ähnlich geht:

Scheiß drauf. Sei endlich nachsichtig und gnädig mit dir. Die Situation, in der wir uns alle gerade befinden entschuldigt so ziemlich alles an Verhaltensweisen, Emotionen, Tun und Nichttun.

Ich befördere das Tumbleweed heimlich ins Nebenzimmer und mache erstmal die Tür dahinter zu. Fein. Ich gebe mich damit zufrieden, dass das Geschirr zumindest noch nicht wegläuft. Stelle fest, dass ich außer Schlafi und Regenjacke gerade eh nix zum Anziehen brauche. Freue mich, dass ich überhaupt Haare auf dem Kopf habe. Find okay, was ich esse, auch wenn’s jetzt halt gerade nicht sonderlich grün ist. Bin stolz, dass ich trotz allem jeden Tag rausgehe. Dem Hund ist es nämlich herzlich egal, ob ich dabei heule oder mir die Sonne aus dem Arsch scheint.

So weit, so gut.

Ich akzeptiere, dass das hier nicht zwangsläufig die beste Zeit für Höchstleistungen und Erledigungsexzesse ist. Und dass mein Gefühl der Zufriedenheit weder vom einen noch vom anderen abhängt.

Das muss für’s erste reichen.

Sei lieb zu dir. Das hier ist anders.

Darf ich vorstellen: Das Schreibcafé Hamburg!

Bildquelle: Lisa C. Waldherr

Ihr Lieben, heute gibt es mal einen etwas anderen Post.

Wie ihr vielleicht durch das „About me“ auf meinem Blog bereits wisst, studiere ich im Master Biografisches und Kreatives Schreiben. Im Frühjahr habe ich alle notwendigen Fachsemester des Studiums abgeschlossen, schreibe meine Masterarbeit und darf mich dann offiziell „Schreibpädagogin“ nennen.

Obwohl ich genau das bereits tue, nämlich schreibpädagogisch arbeiten, und das gesamte Fachwissen aus zweieinhalb Jahren Studium schon besitze, bin ich bis jetzt erstmal „nur“ Schreibgruppenleiterin. Wir wollen uns ja nicht mit fremden Federn schmücken!

Gemeinsam mit einer Freundin habe ich Ende 2020 das „Schreibcafé Hamburg“ gegründet, einen Raum für Kreativität, Achtsamkeit und die Beschäftigung mit unseren inneren Werten. Wir haben bereits einige wunderschöne und inspirierende Kurse gegeben, die uns in unserer Idee und Vision nur einmal mehr bestärkt haben.

Nun geht es in die nächste Runde und wir sind dankbar für jede helfende Hand, die uns bei der Werbung für unsere Kurse unterstützt! Natürlich haben wir diverse Kanäle und soziale Plattformen schon ausgeschöpft, aber aller Anfang ist schwer und egal, wie schön ein Konzept sein mag, es muss sich erstmal rumsprechen. Und da möchte ich die treue Leser*innenschaft meines Blogs natürlich nicht missen.

Also: Wem das Konzept, das ich euch im Folgenden vorstellen werde, gefällt und es für „werbungswürdig“ befindet, würde mir und uns einen riesengroßen Gefallen tun, den Link dieses Blogartikels und/oder unsere Facebookseite (Schreibcafé Hamburg) und/oder unseren Instagram-Account (schreibcafe.hamburg) mit Freund*innen/Bekannten/Familie/Arbeitskolleg*innen zu teilen, zu liken, weiterzuempfehlen und was auch immer man eben so macht um etwas an Frau und Mann zu bringen. Oder ganz oldschool und analog mal beim nächsten Abstandsspaziergang durch die Maske nuscheln wäre doch auch nett!

Und was natürlich noch unfassbar viel großartiger wäre: Wenn ihr selbst mitmacht! 🙂 Es geht los!

Schreibcafé Hamburg

– das sind: Lisa Waldherr & Catalina Suchomel.

In unseren Kursen und Workshops zeigen wir euch, wie ihr durch die Verbindung von Kreativem Schreiben und Achtsamkeit in Kontakt mit euch selbst und euren eigenen Werten kommen könnt.

Unser Konzept: Schreib es Dir Wert!

Wie kann uns die Verbindung von Achtsamkeit und Kreativem Schreiben bei der eigenen Wertedefinition helfen?

Orientiere ich mein Leben wirklich an meinen ganz persönlichen Werten? Lebe ich vielleicht eher nach den Werten von anderen Menschen? Nach den Werten unserer Gesellschaft?

Weiß ich überhaupt, was meine eigenen Werte sind? Wie soll mein Leben in Einklang mit diesen Werten aussehen?

Sowohl die heilsame Wirkung des Kreativen Schreibens als auch der positive Einfluss von Achtsamkeit auf diverse Bereiche unseres Lebens sind mittlerweile wissenschaftlich erwiesen.

In unserem Schreibcafé werden wir die Kombination von beiden Bereichen nutzen, um kreativ schreibend unsere eigenen Werte zu erforschen.

Wir, das bin ich, Lisa, Mental Health Bloggerin, Schreibgruppenleiterin und angehende Schreibpädagogin (M.A. Biografisches und Kreatives Schreiben) und meine Kollegin Catalina, Schauspielerin und Theaterpädagogin.

Gemeinsam haben wir ein ganzheitliches Konzept entwickelt, das kleine Achtsamkeitseinheiten, kreative Schreibübungen und Wertedefinition in vier verschiedenen Lebensbereichen in sich vereint und uns auf der Suche nach unseren Werten unterstützen wird.

Anmeldung per Mail an: schreibcafehamburg@gmail.com

Facebook: Schreibcafé Hamburg

Instagram: schreibcafe.hamburg

Zeiten:

1x wöchentlich
8 Sitzungen à 2 Stunden

IM FEBRUAR WERDEN ZWEI KURSE STARTEN!!!


1. Kurs

Dauer: 2 Monate (8 Termine)
Beginn: 03. Februar 2021
Ende: 24. März 2021

Immer Mittwochs, 19-21 Uhr

2. Kurs

Dauer: 2 Monate (8 Termine)
Beginn: 15. Februar 2021
Ende: 05. April 2021

Immer Montags, 19-21 Uhr

Veranstaltungsort:

Online per zoom

Max. Teilnehmerzahl:

8 Personen

Teilnahmekosten:

150 EUR pro Person (für alle 8 Sitzungen)

Ermäßigung für:

Student*innen des BKS und Sozialhilfeempfänger*innen zahlen nur 100 EUR!

Seid es euch wert und macht mit!

Wir freuen uns auf euch.

Lisa & Catalina.

Mitten im tiefsten Winter…

Bildquelle: Gregor Runge

… wurde mir endlich bewusst, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt.“

– Albert Camus

Meine Energie schwindet von Tag zu Tag, die Akkus sind leer. Ich zwinge mich aufzustehen und öffne das Fenster. Grau-nasse Kälte schleudert mir ein mehr als unhöfliches Moin entgegen. Erstmal Kaffee. Ich zünde ein paar Kerzen an. Draußen wird es schon wieder dunkel. Gute-Laune-Musik an. Ich lege mich zurück ins Bett, schlürfe müde meinen Kaffee und glotze ins Graue. „Look for the good“ von Jason Mraz gibt mir den Rest. Und da fließen sie endlich, die Tränen. Und zwar nicht, weil ich das Gute nicht mehr sehen kann oder will, sondern weil ständig das Gute zu sehen irgendwann seinen Tribut fordert.

So gut es mich durch all die Monate seit Beginn der Pandemie gebracht hat, so sehr hat es mich auch erschöpft. Und das ist okay. Nein, es ist nicht nur okay, es ist wichtig und definitiv überfällig.
Ich lasse sie zu. All die Gefühle, die gerade in mir hochkommen. Traurigkeit. Wut. Resignation. Realisiere, wie viel Kraft es mich gekostet hat, den Herausforderungen der Krise zu trotzen und mit den Einschränkungen umzugehen.
Gestehe mir diese Verletzlichkeit zu. Die Menschlichkeit dahinter. Bin dankbar für sie.

Doch inmitten dieser Traurigkeit spüre ich vor allem ein Gefühl der Stärke in mir. Gewissheit, dass ich mit all dem umgehen kann und werde. Zuversicht, dass nach jedem Tief ein Hoch kommt. Hundertprozentiges Vertrauen in mich, meinen Körper und meine mir über die Jahre hart erkämpften Selbstheilungsfähigkeiten und Ressourcen. Die Erfahrung all der bisher überstandenen Krisen. Die Einsicht, dass tiefe Traurigkeit und Hoffnung gleichzeitig da sein können. Die Erkenntnis, dass ich mich bei und mit all dem trotzdem sicher und geborgen fühle.

Und dass ich diese innere Stärke ohne meine Erkrankung und all die tiefen Täler der letzten Jahre niemals entwickelt hätte.

Während ich diese letzten Zeilen tippe, beschließt Spotify’s zufällige Wiedergabe, dass es jetzt erst Recht nochmal Zeit für „Look for the Good“ ist.

Zu meinen verquollenen Augen gesellt sich ein kleines Grinsen.

Wenn Liebe durch die Stadt geht.

Bildquelle: Lisa C. Waldherr

Wenn die Hügel nach und nach verschwinden, der Blick endlich wieder Ferne zu finden vermag und Windrad um Windrad tröpfchenweise ins Landschaftsbild sickert.

Wenn du um die letzte Kurve auf der A1 bretterst und am Horizont plötzlich Ungetüme aus Stahl auftauchen, die stolz und erhaben den Kopf Richtung Wolken heben.

Wenn dein Herz bei diesem Anblick auch noch im verflixten siebten Jahr klopft wie verrückt, eine Gänsehaut deinen kompletten Körper überzieht und ein idiotisches Grinsen deine Lippen umspielt.

Zur gleichen Zeit kindliche Aufregung und tiefe Ruhe von dir Besitz ergreifen.

Vorfreude und Nostalgie eine Symbiose der Superlative eingehen.

Du die Erkenntnis erlangst, dass Oxytocin auch ohne Berührung freigesetzt werden kann.

Und du weißt, dass du angekommen bist.

Ganz egal, wie lang oder kurz du weg warst.

Ganz egal, wie sehr du das Reisen liebst.

Ganz egal, wie viele großartige Orte du schon gesehen hast.

Ganz egal, wie schön oder schwer deine Zeit in weiter oder naher Ferne war.

Ganz egal, wie hell oder dunkel es in deinem Inneren gerade aussehen mag.

Wenn dir dein Urvertrauen sagt, hier bist du sicher.

Ganz egal wie gefährlich die Welt manchmal scheinen mag.

Dann kannst du dir Sicher sein, dass du im richtigen Hafen vor Anker gegangen bist.

Schon umme Ecke.

Bildquelle: Lisa C. Waldherr

Für die Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, dieses Weihnachten alles andere als schön und eine riesen Herausforderung war: Ihr habt es trotzdem geschafft!

Seid stolz auf euch. Seht nicht, was ihr dieses Jahr vielleicht alles nicht „geschafft“, erledigt oder verwirklicht habt, sondern dass ihr trotz und mit allem nun auf dieses Jahr mit all seinen Höhen und Tiefen zurückschauen und es hinter euch lassen könnt.

Seht nicht nur, was alles nicht ging oder gerade nicht geht, sondern vielleicht auch, was stattdessen Neues entstanden ist, welche Alternativen gefunden wurden. Was trotzdem noch ging und geht.

Obwohl ich persönlich die Erfahrung gemacht habe, dass es mir besser geht, wenn ich mich auf die positiven Dinge konzentriere und vor allem nie die Dankbarkeit für alle noch so kleinen schönen Dinge in meinem Leben verliere, muss man nicht immer aus Scheiße Gold machen oder sich alles krampfhaft schön reden.

Ich finde, es ist mehr als okay und legitim, 2020 so richtig fett kacke und schwierig und ätzend gefunden zu haben.

Genau so dürfen wir aber auch zugeben, wenn dieses Jahr ein gutes und schönes Jahr war, trotz und mit Pandemie. Ohne schlechtes Gewissen.

Und dass wir uns nicht schlecht fühlen müssen, weil es für die meisten anderen eher schwierig war.

„Bleibt gesund“ ist immer so leicht gesagt, kann sich aber für psychisch kranke Menschen falsch anfühlen, weil sie eben nicht gesund sind.

Deswegen wünsche ich euch an dieser Stelle, dass ihr so stabil wie möglich durch das neue Jahr gehen und mit all dem umgehen könnt, was da auf euch zukommen wird, das Schöne genießen und das Schwierige meistern werdet.

Nicht zwangsläufig blinden Optimismus hegt, aber trotzdem die Zuversicht nicht verliert oder wiederfindet.

An die, die bereits gesund, egal ob physisch oder psychisch, sind: Bleibt gesund!

Und stresst euch nicht an Silvester. Auch das darf dieses Jahr (und auch sonst) alles auf ner Skala von richtig fett scheiße bis überragend schön sein. Trotz, wegen, ohne oder mit Corona.

Passt gut auf euch auf.

Learn from the worst.

Bildquelle: Sophie Liehr

Alles zu seiner Zeit.

Es hat etwas länger gedauert, bis ich mich zum Schreiben dieses Blogartikels durchringen und den dafür nötigen Raum schaffen konnte. Einerseits weil mich mein Schreibworkshop, den ich seit einem Monat gebe und dessen Vor- und Nachbereitung voll und ganz vereinnahmt, vor allem auch geistig, und nebenher auch noch Uni zu machen wäre, was leider gerade etwas zu kurz kommt, aber vor allem, weil ich mir einfach nicht sicher war, wie ich diese sensible Thematik in einen Text packen soll. Ich habe mir tagelang Gedanken gemacht, wie ich die Dinge, die ich ausdrücken möchte, am besten formuliere, damit sie nicht falsch rüberkommen oder belehrend wirken. Nachdem ich dann den Spiegelartikel „Corona-Pandemie – Was wir von Depressiven lernen können“ gelesen hatte, der eigentlich genau das beschreibt, was ich die ganze Zeit im Kopf hatte, war ich nicht mehr ganz so verunsichert und werde deswegen nun einfach schreiben, was ich dazu sagen möchte. In dem Wissen, dass man es nie allen Recht machen kann, es immer verschiedene Meinungen geben wird und ich sicher bin, dass alle meine Leser*innen sich bewusst sind, dass ich mit meinen Formulierungen immer so vorsichtig wie möglich bin.

Learning by experiencing.

In ihrer Kolumne https://www.spiegel.de/kultur/corona-pandemie-was-wir-von-depressiven-lernen-koennen-a-93f4e953-d48d-45e4-bbf8-8426376a5bbc behauptet Autorin Margarete Stokowski, die selbst jahrelange Erfahrung im Umgang mit Depressionen hat, dass all jene Menschen unserer Gesellschaft ohne einschlägige psychische Vorbelastungen, die am Ende dieses Jahres und mit der aktuellen Situation des erneuten harten Lockdowns nun aber trotzdem mit den Nerven am Ende sind, sich ausgelaugt und leer fühlen, einiges von denen unter uns lernen könnten, die krisenhafte Situationen und schwierige Gefühle nur allzu gut kennen. Nicht in Form einer Pandemie, sondern durch die Depressionen, die sie bisher in ihrem Leben erlebt haben. Menschen, die sich in diesen Zeiten verschiedene Bewältigungsstrategien und Fähigkeiten angeeignet haben und gelernt haben, so gut wie möglich durch Zeiten zu kommen, in denen man glaubt, das war’s jetzt und die Hoffnung auf eine Besserung nicht mehr greifbar ist.

Nebenwirkungen.

Ich habe seit Beginn der Krise so viele Artikel über unsere Psyche in Corona-Zeiten sowie die Auswirkungen und Langzeitfolgen der Pandemie auf unsere psychische Gesundheit gelesen und auch selbst schon darüber geschrieben. In den meisten von ihnen liegt der Fokus auf den Gefahren und den besonderen Herausforderungen, die Corona und seine Begleiterscheinungen wie Arbeitslosigkeit, Social Distancing, finanzielle Sorgen, Einsamkeit, das Wegfallen eines festen Alltags und herkömmlicher Strukturen und noch vielem mehr vor allem für die psychisch kranken Menschen unserer Gesellschaft darstellen. Die nicht auf eine solide mentale Grundstabilität bauen können. Die Rückfälle erleiden. Deren Krankheitsverläufe sich verschlimmern. Suizidraten, die steigen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Pandemie und alles, was sie mit sich gebracht hat, nicht per se positiv zur mentalen Verfassung beitragen muss, vermutlich bei niemandem von uns. Und da mich der Beginn der Pandemie und der erste Lockdown dummerweise in einer leichten depressiven Phase erwischt haben, kann ich auch bestätigen, dass all das in meiner damaligen Verfassung eine sehr viel größere Herausforderung war und mich sehr viel mehr Kraft und Energie gekostet hat, als es das in einer stabilen Phase wie der jetzigen getan hätte. So wie alles mehr Kraft und Energie kostet und unfassbar schwer und fast unmöglich scheinen kann, wenn man sich in einer depressiven Phase befindet.

Ich hatte das Glück, dass es sich nur um eine recht leichte und kurze Phase handelte, in der ich während der ersten Tage meiner freiwilligen Quarantäne zwar das erste Mal in zwei Jahren das Notfalltelefon meiner Therapeutin in Anspruch nahm, weil ich so verzweifelt war, dass ich mir in diesem Moment selbst nicht mehr zu helfen wusste, ich mich aber durch die Anwesenheit und Geborgenheit meiner Familie, zu der ich mich dann aus der Stadt flüchtete, einer vorübergehenden Aufdosierung eines meiner Medikamente und den Beginn des Frühlings sehr schnell wieder stabilisierte und dadurch die Kraft und Energie hatte, mir innerhalb kürzester Zeit einen neuen Alltag ohne Arbeit, jegliche bis dato da gewesene Struktur und mein gewohntes Umfeld, dafür aber mit social distancing, all den tagtäglichen Hiobsbotschaften und damit verbundener Verunsicherung und Sorge geschaffen hatte.

Die Mischung macht’s.

Wie so oft ist es schwierig bis unmöglich, manchmal auch unnötig, genau abzugrenzen, woran es denn jetzt eigentlich liegt, dass das jetzt plötzlich besser geht. Meistens interessiert einen dann erstmal einfach nur, DASS es besser geht. Punkt. So war es bei mir oft, nachdem eine depressive Episode vorbei war. Wenn in diesem Zuge die Medikamente aufdosiert worden waren, ich aber selbst auch alles getan und ins Rollen gebracht hatte, damit es mir besser geht, hätte ich manchmal trotzdem gerne gewusst, an was von alldem die Verbesserung nun eigentlich gelegen hat. Meistens war ich aber so froh, erleichtert und dankbar, dass es mir wieder besser ging und Licht am Ende des Tunnels war, dass mir das ehrlich gesagt herzlich egal war. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass es immer eine Mischung aus allem ist. Allein auf die Wirkung von Medikamenten zu vertrauen und sich dann ins Bett zu legen und abzuwarten wird ziemlich sicher nicht die erwünschte Wirkung zeigen. Und je nach Schweregrad der Depression reichen leider auch Spazierengehen oder Meditieren allein nicht aus.

Alles schon jesehn, alles schon jehabt?

Ähnlich erlebe ich persönlich die zweite Welle und auch den zweiten Lockdown. Obwohl die pandemische Lage und die Zahlen, die Situation auf den Intensivstationen und die Überlastung des Gesundheissystems sehr viel ernster, besorgniserregender und dramatischer sind als im Frühjahr fühlt es sich für mich nicht so bedrohlich an wie in der ersten Welle. Ein Eindruck, den ein Teil meines Umfelds teilt. Ich denke, dass das nicht ungewöhnlich ist, obwohl man ja meinen könnte, je schlimmer die Lage, desto größer die Ängste und Sorgen. Ich bin weder Unternehmerin noch Ärztin, Virologin, Pflegekraft oder Poltikerin, deswegen kann ich hier nur für die Rolle sprechen, die ich in meiner aktuellen Situation als momentan arbeits- und kinderlose junge Frau und den damit verbundenen Umständen und Herausforderungen gerade innehabe. Und einer der Gründe, warum ich mit der Situation dieses Mal so viel besser umgehen kann, ist meiner Meinung nach schlicht und ergreifend die Tatsache, dass es schon das zweite Mal ist. Dass wir „das alles“ mittlerweile schon „kennen“, schon mal ähnlich erlebt haben. Vielleicht auch die Tatsache, dass ein Impfstoff in Sicht ist. Dass wir sehr viel mehr über das Virus wissen als ganz zu Anfang der Pandemie. Etwas das uns trotz der noch ernsteren Lage als im Frühjahr vielleicht zuversichtlicher sein lässt.

Isolation Creation!

Die Hoffnung, dass es irgendwann ein Ende geben wird, auch wenn es noch nicht in Sicht ist. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir in verschiedensten Lebensbereichen in der Zwischenzeit ganz schön kreativ geworden sind, seien es nun virtuelle Treffen mit Freunden und Vorlesungen per zoom, Home Office, kleine süße Gewächshäuser vor einem Café, um die Abstände zu wahren, die digitale Weihnachtsfeier, zu der wir das Menü und den Vino per Paket nach Hause geliefert bekommen und uns dann gemeinsam vor dem PC mit lustigen Weihnachtspullis und Rudolfhaarreifen einen reinstellen und so viele andere tolle Ideen und Umsetzungen, von denen mittlerweile einige schon wieder nicht mehr gehen. Aber der Wille, die Kreativität und die Anpassungs- und Improvisationskunst des Homo sapiens waren und sind auf jeden Fall da.

Ich glaube, all diese Aspekte spielen bei einigen Menschen unserer Bevölkerung, und zwar egal ob psychisch krank/vorbelastet oder nicht, eine große Rolle bei einem besseren Umgang mit der Coronakrise, einer stabileren mentalen Verfassung und vielleicht auch einer größeren Akzeptanz. Genau so gibt es natürlich auch die genau entgegengesetzte Entwicklung, nämlich dass die zweite Welle für den Rest unserer Bevölkerung aus verschiedensten bereits erwähnten Gründen wie den höheren Zahlen, fast nicht mehr tragbaren Überlastungen des Gesundheitssystems, all jener, die an vorderster Front jeden Tag fast Unmögliches leisten und den anhaltenden und wiederkehrenden wirtschaftlichen, finanziellen oder familiären Belastungen als deutlich schlimmer und verheerender erlebt wird oder es auch schlicht und ergreifend ist.

Für jeden ein Päckchen!

Auch wenn diverse persönliche Situationen und die damit einhergehenden Belastungen, Herausforderungen und Einschränkungen natürlich immer höchst individuell sind und nicht einfach über einen Kamm geschoren werden können, so gibt es doch ein paar Dinge, von denen wir alle in gleicher Form betroffen sind. Der neue Lockdown. Die Konfrontation mit den Zahlen, die Unvorhersehbarkeit in so vielen Bereichen, die Ungewissheit, wie, wann und ob das alles enden wird, Kontaktbeschränkungen, Hygienekonzepte, Veränderungen im beruflichen Umfeld. Manche mehr, manche weniger. Die alleinerziehende Mutter, die weiterhin Vollzeit arbeiten kann (oder muss), und zwar aus dem Home Office, deren Kinder nicht mehr in die Schule gehen können und deswegen nur zu Hause sind und sie sich zwischen Kinderbetreuung, Haushalt, Arbeit und der Vermeidung eines damit verbundenen Nervenzusammenbruchs vierteilen muss steht vor anderen Herausforderungen als der Single, der aufgrund seiner Branche nicht mehr arbeiten kann, nur noch zu Hause oder mal kurz im Supermarkt ist und seine Freunde höchstens digital trifft, der sich widerum in einer anderen Situation befindet als die Omi im Altersheim, die seit Monaten keinen Besuch mehr bekommen, ihr Zimmer nur noch im Notfall verlassen darf und der die Einsamkeit mehr zu schaffen macht als all ihre körperlichen Gebrechen zusammen.

Gerade du?!

Und doch beobachten wir völlig unabhängig von den individuellen Menschen und Situationen das Phänomen, dass manche von uns mental sehr viel besser durch diese Krise kommen als andere. Dass sich wider Erwarten sogar jene, von denen man es am wenigsten erwartet hätte, unfassbar schwer tun und am Ende ihrer Kräfte und Kapazitäten sind, während Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen auch ohne Pandemie tagtäglich kämpfen müssen und zumindest augenscheinlich schlechter für Krisenzeiten gerüstet sind als der Rest der Bevölkerung, dieses Jahr verhältnismäßig locker weggesteckt haben und dabei erschreckenderweise sogar noch die Ruhe in Person geblieben sind. Obwohl wir sie in anderen Zeiten, in denen doch scheinbar alles gut war, so verzweifelt, am Boden und hoffnungslos gesehen haben, dass es uns als Angehörigen eine Scheiß-Angst eingejagt und uns hilf- und machtlos zurückgelassen hat. Ich spreche von psychisch kranken Menschen im Allgemeinen. Depressiven Menschen im Speziellen.

Alles hat seinen Zweck.

Margarete Stokowski wirft zu Beginn ihres Artikels (https://www.spiegel.de/kultur/corona-pandemie-was-wir-von-depressiven-lernen-koennen-a-93f4e953-d48d-45e4-bbf8-8426376a5bbc) also zu Recht die Frage in die Runde, was die bisher psychisch gesunden und so stabilen Menschen in unserer Gesellschaft von denen unter uns lernen können, für die diese Pandemie trotz ihrer massiven Wucht und ihres enormen Bedrohungspotenzials einfach nicht mit all den Kämpfen, die wir im Laufe unseres Lebens bisher geführt haben, mithalten kann. Und zwar nicht mal annähernd. Die wir uns über Jahre oder Jahrzehnte hinweg Überlebens- und Bewältigungsstrategien angeeignet haben, um diese Täler immer wieder auf’s Neue zu durchwandern. Ein kunterbuntes und hart erarbeitetes Repertoire an Ressourcen und Tools aus unseren schwärzesten Zeiten, die uns nun zu Gute kommen und uns in manchen Hinsichten einen gewissen Vorteil gegenüber den weniger Krisenerfahrenen unter uns verschaffen können.

Eine aus diversen inneren Krisen entstandene Resilienz, die dieser globalen Krise im Außen nun unerschrocken die Stirn bietet.

Eine Krisenfestigkeit, die uns einen Puffer zwischen unserem Seelenheil und der aktuellen Bedrohung im Außen verschafft.

Die Entwicklung einer solchen Krisenfähigkeit setzt die Erfahrung mit und das Durchleben von Krisen voraus. Theorie reicht hier nicht. Ohne Krise keine Krisenfähigkeit. Je mehr Krisen wir überstanden haben, desto besser wird diese. Desto größer ist unser Erfahrungsschatz.

Wir mögen in akuten depressiven Phasen nicht die besten Ansprechpartner*innen für „5 Gründe warum ich es liebe, morgens wie ein junges Reh aus meinem Bett zu hüpfen“ sein.

Aber wir haben gelernt zu akzeptieren, dass das Reh auch mal liegen bleiben darf.

Wie es sich während dieser Zeit nicht wund liegt.

Und wir wissen aus Erfahrung, dass es bisher noch jedes Mal irgendwann wieder weiter gehüpft ist.

******FORTSETZUNG FOLGT******

Strahlend grau und schrecklich schön.

Bildquelle: Sophie Liehr

TANZZWISCHENDENPOLEN wird heute 2 Jahre alt!

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich bei all jenen zu bedanken, die meinen Blog regelmäßig lesen, all die schönen und wertvollen Rückmeldungen und jede einzelne persönliche Nachricht und Geschichte, die mich bis heute erreicht hat. Sowohl von Betroffenen, Angehörigen als auch allen anderen.

Ich schätze euer Vertrauen über alle Maßen und jede einzelne Person, die, in welcher Form auch immer, etwas Positives aus meinen Texten ziehen kann, sich verstanden und nicht mehr so alleine fühlt, das Krankheitsbild besser versteht, somit vielleicht besser mit der Erkrankung eines Angehörigen umgehen kann oder Hoffnung und Zuversicht schöpft, erfüllt mich mit Demut und einer tiefen Dankbarkeit, die mich motiviert, weiterzuschreiben und weiter zu machen, mit dem was (mir) so wichtig ist. Meinen kleinen Teil zur Entstigmatisierung, einem besseren Verständnis und größerer Akzeptanz psychischer Erkrankungen in unserer Gesellschaft beizutragen.

Denkt immer daran: Ihr seid nicht allein!

Ein lebenswertes, schönes und kunterbuntes Leben ist auch trotz oder vielmehr mit einer bipolaren Störung möglich! Auch wenn es oft dunkelbunt sein mag, bleibt es trotzdem bunt.

Das kann ich nach einem langen und steinigen Weg mit viel Hoffnungslosigkeit, Rückschlägen und Schmerz, aber auch sehr vielen wunderschönen, bereichernden, zuversichtlichen Zeiten voll positiver Energie und Hunger auf’s Leben aus eigener Erfahrung bestätigen.

Genau das durch meine Texte zum Ausdruck zu bringen und an meine Leser*innen weiterzugeben ist der Grund, warum ich TANZZWISCHENDENPOLEN vor zwei Jahren ins Leben gerufen habe und dieser Blog immer noch mein absolutes Herzensprojekt ist.

Es ist mir eine Ehre, euch mit auf meine Reise zu nehmen und das ein oder andere Stück des Weges gemeinsam zu gehen.

Und jetzt lasst uns tanzen!

Eure Lisa.