Distanz in den Mai.

Bildquelle: Lisa C. Waldherr

Die Stimmung verläuft momentan nicht bipolar, sondern eher wellenförmig. Es wechseln sich helle Tage der Akzeptanz, Hoffnung und Zuversicht ab mit nicht so wirklich hellen, geprägt von einer bleiernen Lethargie, Resignation und diffusen Traurigkeit. Dem mal mehr, mal weniger lähmenden Gefühl von Stillstand und eine Sehnsucht nach einem kleinen Stück Normalität und Leichtigkeit. Nach echter Nähe und Berührungen, Tanzen mit Freundinnen und Ausgelassensein.

Das schlechte Gewissen, das sich unter all diese Gedanken mischt, seinen Ursprung in dem Wissen, dass wir es doch gut haben, dass wir so privilegiert sind und wir gefälligst einfach nur dankbar und froh sein können und sollten, wenn wir gesund sind.

Ich bin dankbar für all das. Und froh. Und mir all der Privilegien in unserer westlichen Welt mehr als bewusst.

Ich bin gerade nicht depressiv. Weit entfernt von hypoman. Schaffe es meistens, meine Tage trotz allem mit schönen Momenten zu füllen und die guten Gedanken zu hüten wie den wertvollsten Schatz.

Und trotzdem geht es mir an vielen Tagen nicht gut. Zerrt all das immer wieder und immer mehr an mir.

Fühle ich Leere, Resignation, Verlust und Traurigkeit. Sehne ich mich. Vermisse ich. Obwohl ich es doch eigentlich so gut habe.

Sich für diese Empfindungen zu verurteilen macht rein gar nichts besser. Deswegen zwinge ich mich dazu, mir diese Gefühle zu erlauben. Wie ich sie einer guten Freundin erlauben würde. Übe mich weiter in Akzeptanz und Vertrauen in die Zukunft. Immer und immer wieder.

Und wenn diese Zukunft erst mal nur das Morgen ist.

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