Weil das Licht ist grad so schön.

Bildquelle: Sophie Liehr

Gestern habe ich meine Teilnehmer*innen in der letzten Sitzung meines Schreibworkshops einen Klappentext für ihre eigene Biografie schreiben lassen. Eine nicht leichte, aber wunderschöne Aufgabe. Vor allem, weil wir aus einer anderen Perspektive in vielen Hinsichten nochmal einen ganz anderen Blick auf manche Dinge und auch uns selbst bekommen.

Meinen eigenen möchte ich hier gerne mit euch teilen:

„Nachdem sie viele Jahre auf der Suche war, hat sie das Gefühl, angekommen zu sein. Bei sich. Im Leben. Am Wasser. Genau kann sie es nicht benennen.

Es fühlt sich einfach richtig an.

Das war nicht immer so. Vor drei Jahren erhielt sie am absoluten Tiefpunkt ihres Lebens die Diagnose „Bipolare Störung“. Endlich wissend, was das da die letzten 15 Jahre war, was nicht so ganz stimmte, all die Aufs und Abs, lernte sie über die letzten Jahre, mit ihrer Erkrankung zu leben.
Es gab viele Fortschritte, aber auch Rückschläge. Mit ihrem Blog möchte sie anderen Betroffenen oder auch Angehörigen zeigen, dass ein lebenswertes und schönes Leben auch mit, oder in manchen Hinsichten sogar wegen, dieser Erkrankung möglich ist.

Sie möchte die Hoffnung, die sie einst selbst komplett verlassen hatte, an die Menschen weitergeben, die sie vielleicht gerade nicht haben. Die Hoffnung, die sie seitdem nie wieder verlor, ganz egal, wie schwarz es manchmal noch um sie wurde.

Mittlerweile weiß sie, dass es immer weitergeht. Und dass sie nicht die Person wäre, die sie heute ist. Ohne all das. Dass all das zu ihr und ihrem Leben dazu gehört.  

Einem Leben, das mit all seinen Höhen und Tiefen so reich und bunt ist, mit all den Menschen, die darin mit ihr lachen und weinen, reden und schweigen, tanzen und innehalten. Die nicht von ihrer Seite weichen, ganz egal was ist. All der Liebe, die sie bisher erfahren durfte und die immer da ist. All den wunderschönen Orten, die sie sehen durfte und darf. All der unbändigen Freude, der Leichtigkeit und des Glücks. All der Traurigkeit, der Schwere und des Schmerzes.

Sie hat es sich einfacher vorgestellt, das Leben. Aber irgendwann wurde ihr klar, dass es darum nicht geht. Und dass die Schönheit des Lebens keineswegs darin besteht, leicht zu sein.

Es fühlt sich einfach richtig an.“

Vielleicht hast du Lust bekommen, es auch mal zu versuchen.

Wie würde der Klappentext über dein Leben aussehen?

Wer Lust hat, kann sich gerne auch auf meinem instagram Account

tanz.zwischen.den.polen

dazugesellen. Ich habe das Gefühl, dass das gar nicht mal so langsam (wahrscheinlich zähle ich da schon fast zu „hinterwäldlerisch“) und sicher etwas beliebter, verbreiteter und effizienter wird als die Webvarianten von Blogs, was ich persönlich schade finde, da ich nicht der größte Instagramfan mit. Aber in manchen Hinsichten lohnt es sich dann ja doch, etwas mit der Zeit zu gehen, und seinen ganz persönlichen Umgang damit zu finden. Den Austausch über Beiträge beispielsweise finde ich auf instagram sehr viel unkomplizierter, angenehmer und schneller. Bewusst zu konsumieren und die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu wahren bleibt auch hier, wie bei so vielem, einzig und allein die eigene Verantwortung.

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